Ein Kind zu bekommen bzw. zu zeugen, ist oftmals eine bewusste Entscheidung, manchmal „passiert“ es aber auch einfach. Vielleicht kennen Sie den Spruch „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!“. Es mag sein, dass es manchmal nicht schwer ist, ein Kind zu zeugen. Umgekehrt fällt es so manchen Paaren nicht leicht, den „richtigen“ Zeitpunkt für ein gemeinsames Kind zu finden. Und was, wenn der Mann ein Kind möchte, ja vielleicht sogar schon darauf drängt, die Partnerin aber noch nicht bereit dazu ist – oder umgekehrt! Andere Paare wiederum unternehmen viele Versuche, auf natürlichem und/oder künstlichem Wege ein Kind zu zeugen. Es ist also bei Weitem nicht immer einfach, Vater zu werden!

Auch wenn es vielleicht nicht den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt, so können unter Umständen folgende Faktoren Einfluss auf den Kinderwunsch haben:

  • Welche Einstellung haben Sie und Ihre Partnerin zu Kindern?
  • Können Sie sich ein Leben zu dritt vorstellen? Welche Gefühle weckt diese Vorstellung in Ihnen?
  • Wie sehen die finanziellen Rahmenbedingungen aus?
  • Wenn Sie an die Zukunft denken: Spielen in dieser eigene Kinder eine Rolle?
  • Gibt es ein Umfeld, welches Sie unter Umständen unterstützen kann?
  • Sind Sie und Ihre Partner bereit für die Übernahme der Verantwortung für ein Kind?
  • Wie ist die derzeitige Arbeitssituation von Ihnen und von Ihrer Partnerin?

In Vitro Fertilisation (IVF) und Intracytoplasmatische Spermien-Injektion (ICSI)

 

Die In Vitro Fertilisation (oder umgangssprachlich „Künstliche Befruchtung“) ist eine Möglichkeit, den Kinderwunsch zu erfüllen, wenn eine natürliche Befruchtung der Eizelle durch die Samenzellen nicht möglich ist oder gelingt. Denn bei etwa der Hälfte aller Paare besteht beim Mann eine Störung der Fruchtbarkeit. Dabei ist entweder die Fähigkeit der Befruchtung der Eizelle durch die Samenzellen eingeschränkt, oder die Befruchtung ist überhaupt nicht möglich. Ursachen seitens der Frau können unter anderem sein, dass eine Undurchlässigkeit oder Funktionsstörung des Eileiters vorhanden ist, der Hormonhaushalt gestört ist oder eine Endometriose (=Vorkommen von Gebärmutterschleimhautinseln außerhalb der Gebärmutterhöhle) vorliegt.

 

Bei einer IVF-Behandlung werden nach einer medikamentösen Stimulation der Eierstöcke mehrere Eizellen mittel Punktion abgesaugt. Im Labor werden dann die Eizellen mit den Samenzellen zusammen gebracht und diese befruchtet. Nach zwei Tagen werden schließlich ein oder zwei Embryos wieder in die Gebärmutter transferiert. Ob die IVF erfolgreich war, erfährt man nach zwei Wochen mittels Schwangerschaftstest. Wird eine einzelne Samenzelle in die Eizelle injiziert, spricht man von einer Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI).

 

Die Kosten für eine IVF-Behandlung werden unter bestimmten Voraussetzungen zu 70% aus dem IVF-Fonds bezahlt. Nähere Informationen dazu finden Sie unter anderem unter auf der Website der Österreichischen IVF-Gesellschaft.

 

Eine IVF-Behandlung kann mitunter eine Belastung für die Beziehung darstellen. Oftmals werden mehrere erfolglose Versuche unternommen, dass die Frau schwanger wird, da die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus bei durchschnittlich 25 – 30 Prozent liegt und sehr stark von Paar zu Paar variiert. Großes Glück und riesige Enttäuschung und Verzweiflung liegen oftmals eng beieinander. Mitunter fällt es schwer, nach mehreren erfolglosen Versuchen aus dem Behandlungskarussell auszusteigen. Auch wenn der Abschied vom Kinderwunsch schwer fällt, arbeiten Sie aktiv gemeinsam an Ihrer Beziehung abseits von Hormonspritzen und Samenproben.

Sollten Sie mit Ihrer Partnerin kein Kind zeugen können oder auf natürlichem Wege bekommen wollen, besteht die Möglichkeit, die Pflegschaft für ein Kind zu übernehmen. Sie übernehmen dabei für eine gewisse Zeit die Verantwortung für ein Kind, müssen aber damit rechnen, dass das Kind unter Umständen wieder in die Obsorge der leiblichen Eltern übergeben werden kann. Die Vermittlung eines Pflegekindes erfolgt durch die zuständige Behörde (Amt für Jugend und Familie).

Eine weitere Möglichkeit ist die Adoption eines Kindes. Eine solche stellt oft einen lange andauernden Prozess dar, da es in Österreich weitaus mehr Paare gibt, welche ein Kind adoptieren möchten, als zu adoptierende Kinder. Wenden Sie sich an spezifische Beratungsstellen, um mehr über das Thema Adoption und Pflegekind zu erhalten.

 

Verein „Eltern für Kinder Österreich“ 

Referat für Adoptiv- und Pflegekinder in Wien 

Ablauf einer Adoption 

Adoptionsberatung

Informationen für Pflegemamas und Pflegepapas